Auditive Wahrnehmungsstörung

2017-08-09T15:38:09+00:00 6. August 2017|

Die zentral-auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung ist in „aller Munde“ unter anderem auch unter den Begriffen „Hörverarbeitungsstörung“ oder „auditive Wahrnehmungsstörung“ bekannt.

Die Hörverarbeitungsstörung ist ein Übertäter mit großer Wirkung. Verbirgt sich doch hinter dem Begriff nichts anderes als die schon bekannten Störungsbilder wie Lese-Rechtschreibschwäche, Legasthenie, Dyslalie (Aussprachestörung), Dysgrammatismus (im Rahmen einer Sprachentwicklungsstörung), Sprachverständnisstörung, Hyperaktivität, Zappelphillip, Träumsusel, Aufmerksamkeit-Defizit-Syndrom (ADS), Konzentrationsstörungen.

So umfassend wie die Symptome einer auditiven Wahrnhemungsstörung sind, so umfangreich sind auch deren Fördermöglichkeiten.

Und dies ist auch gerechtfertigt, denn: die zentral-auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung ist nicht „alleine unterwegs“! Denn häufig ist sie kombiniert mit Sehverarbeitungsstörungen, motorischen Schwierigkeiten, emotionalen Problemen, Traumen und anderen medizinischen Ursachen.

Eltern berichten oft, das ihr Kind die Aufgaben im „Würzburger Trainingsprogramm“, das erfreulicherweise in fast jedem Kindergarten im Rahmen der Vorschule Einzug gehalten hat, mitunter nur mit Mühe lösen kann. Die Eltern meinen dann oft, das eine Einzelförderung dieser Leistungen gleichzusetzten ist mit einer Förderung der Hörverarbeitung. Aber dies ist ein Trugschluß. Schwierigkeiten im Bereich Silben klatschen, Anlaut hören (phonologischen Bewußtheit) etc. sind wiederum nur ein Symptom der auditiven Wahrnehmung. Liegen die Leistungen für die Hörverarbeitung doch noch eine Stufe darunter. Daher ist es für Betroffene wichtig zu beachten, dass im Rahmen der Diagnostik einer Hörverarbeitungsstörung auch die Leistungen der Hörverarbeitung tatsächlich geprüft werden und über die Prüfung der phonologischen Bewußtheit (z.B. Silben klatschen, Anlaute hören etc), der Hörmerkspanne, des Sprachverständnisses hinaus geht. Ebenso ist die Überprüfung motorischer Leistungen sowie des individuellen Energiniveaus unabdingbar.

Oft ist es für Eltern schwer nachvollziehbar, dass ich mir verschiedene motorische Leistungen anschaue. Höre ich doch meist: „Mein Kind hat keine motorischen Schwierigkeiten, da ist noch nie etwas aufgefallen.“ Ja, liebe Eltern, ihr habt recht. Auch die besten Skifahrer, Radlfahrer und Turner können Schwierigkeiten in den frühen motorischen Leistungen haben, die wiederum mitverantwortlich für eine gestörte Hörverarbeitung sind. Eure Kinder sind klug und clever – kompensieren sie die einzelnen Schwierigkeiten, so dass diese nicht auffallen. Großartig. Nur: das geht meist wieder zu Lasten der Energie!

Hinsichtlich der Diagnostik einer zentral-auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung sind für mich unabdingbar:

1. Überprüfung der „zentralen“ Hörverarbeitung nach WARNKE

2. Überprüfung der motorischen Leistungen

3. Erhebung des individuellen Energieniveaus

4. Screening der Sehverarbeitung

5. Ausschluss eines Traumas

6. Ausschluß anderer medizinischer Ursachen (z.B. Hörstörung, Mittelohrentzündung)

Aufbauend auf diese umfangreiche Diagnostik stelle ich einen individuellen Trainingsplan für das Kind auf. Eine Objektivierung der einzelnen Trainingsinhalte mittels Raymedie-Biofeedback ist für mich unabdingbar. Die einzelnen Übungsinhalte werden mittels Biofeedback hinsichtlich der Qualitätssicherung auf ihre Wirksamkeit und Effektivität hin überprüft und entsprechend den momentanen Leistungen und Fähigkeiten des Kindes angepasst. Stets nach dem Motto: „Was für den Einen gut ist, ist es für den Anderen noch lange nicht!“.

Das Training beinhaltet eine Förderung der Motorik, des Hörens (Training der Low-Level-Funktionen und Lateral-training) und des Sehens. Dabei stehen Spaß und Freude im Vordergrund. Nicht zuletzt erfolgt eine Anleitung für häusliches Üben. Denn eine einmalige Trainingsstunde pro Woche stellt häufig nur „einen Tropfen auf dem heißen Stein“ dar. Daher freue ich mich stets, wenn die Eltern ihre Kinder aktiv unterstützen, denn gemeinsam kommen wir schneller ans ersehnte Ziel.